35.000 Motorradfahrer trafen sich in und an der St. Michaelis-Kirche
H a m b u r g (idea) – Rund 35.000 Motorradfahrer aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland haben sich am 8. Juli in und an der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis getroffen. Sie beteiligten sich am „weltgrößten Motorradgottesdienst“, so der Veranstalter, der Verein „MOGO Hamburg in der Nordelbischen Kirche“. Erstmals gab es eine Dialogpredigt, die vom Motorradpastor Erich Faehling und der Rockmusikerin Inga Rumpf (beide Hamburg) gehalten wurde. Während Faehling zu mehr Gottvertrauen aufrief, stimmte die Musikerin immer wieder den Bob Dylan-Song „Knockin’ on Heavens Door“ (Anklopfen an die Himmelspforte) an. Wer an die Himmelstür klopfe, dürfe damit rechnen, dass sie sich öffne, so Faehling: „Das ist wahr, und ihr dürft darauf vertrauen.“ Wer Gott vertraue, dessen Leben „wird in einem neuen Licht erscheinen“. Von Gott ergriffene Menschen könnten mehr Verantwortung tragen, „weil wir mehr Liebe spüren und eine große Hofnung in uns tragen“. Die Besucher gedachten der tödlich verunglückten Fahrer im vergangenen Jahr. Am Gottesdienst nahm auch die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen teil. An der Abschlussveranstaltung nach einem 40 Kilometer langen Motorradkonvoi nach Kaltenkirchen beteiligte sich erstmals der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen (CDU).
Polizeikampagne: „Raser kommen zu früh! ... in den Himmel“
Am Rande des Treffens stellte die Landespolizei Schleswig-Holstein ihr neues Motorradfahrer-Sicherheitskonzept unter dem Motto „Raser kommen zu früh! … in den Himmel“ vor. Der Anlass: Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer hatte sich 2006 gegenüber dem Vorjahr in dem Bundesland um 13 auf 41 erhöht. Auch in diesem Jahr sind bereits 13 Motorradfahrer ums Leben gekommen. Bei mehr als der Hälfte dieser Unglücksfälle waren die Zweiradfahrer selbst die Hauptverursacher. Die Polizei verfolgt nun eine Doppelstrategie: Sie nimmt mehr Geschwindigkeitskontrollen vor, aber sie appelliert auch an die Vernunft der Fahrer. Dafür hat sie ein Plakat entwickelt. Es zeigt einen Motorradfahrer auf seiner Maschine, die von einem Schutzengel mit funkensprühenden roten Stiefeln abgebremst wird. An klassischen Bikertreffpunkten will die Polizei sonntags diese „roten Stiefel“ als Schlüsselanhänger unter Motorradfahrern verteilen und so für einen sicheren Fahrstil werben. Man wolle nicht länger tatenlos zusehen, „wie sich fast jedes Wochenende einer totfährt“, hieß es zur Begründung.