Weltjugendkonferenz des Baptistischen Weltbundes startet in Leipzig
L e i p z i g (idea) – Die Weltjugendkonferenz des Baptistischen Weltbunds ist am 30. Juli in Leipzig mit einer Multimediashow aus Videos, Pantomime, Gesang und einem Streichquartett über die Geschichte Deutschlands eröffnet worden. In der 35-minütigen Show spannten die beiden Produzenten, der Fernsehjournalist Andreas Malessa (Hochdorf bei Stuttgart) und der Grimme-Preisträger Martin Buchholz (Rösrath bei Köln), einen Bogen durch die letzten 500 Jahre der deutschen Geschichte – vom Reformator Martin Luther (1483-1546), über den Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750), den Begründer des Baptismus in Deutschland und Kontinentaleuropa, Johann Gerhard Oncken (1800-1880), bis hin zur Fußballweltmeisterschaft 2006. Ein Höhepunkt war die Erinnerung an die Zeit der friedlichen Revolution in der DDR von 1989, die von den Montagsgebeten und -demonstrationen in Leipzig ausgegangen war. Zur Musik des Scorpion-Hits „Wind of Change“ (Wind des Wandels) zog ein Jugendchor durch die abgedunkelte Messehalle, dessen Sängerinnen und Sänger Kerzen in den Händen trugen und so an die „Revolution der Kerzen“ erinnerten. Die Schau gipfelte in dem Aufruf, die Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen zu tragen. Allen 6.000 Besucher aus 87 Ländern, die noch bis zum 3. August in Leipzig zusammen sind, wurde eine in ein Stoffsäckchen verpackte Perle geschenkt, die sie an daran erinnern soll, dass sie in den Augen Gottes wertvoll sind.
Gebete brachten Diktatur zu Fall
Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) dankte dem Baptistischen Weltbund dafür, dass er Leipzig als Tagungsort gewählt hat. Drei Prädikate zeichneten die sächsische Großstadt aus: Sie sei eine Stadt der Musik im Blick auf Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelsohn-Bartholdy und Gustav Mahler. Leipzig sei auch die „Mutter aller Messen“ und ein Ort, der eng mit der deutschen Wiedervereinigung verbunden sei. Während 1989 die Panzer in den Straßen bereit standen und die Gewehre durchgeladen waren, hätten die Demonstranten auf Kerzen und Gebete gesetzt und so zum Fall der kommunistischen Diktatur beigetragen.
Licht Gottes an dunkle Orte tragen
Die Generalsekretärin des deutschen Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), Regina Claas (Elstal bei Berlin), zeigte sich betroffen darüber, dass nicht alle Interessenten, die an dem Treffen teilnehmen wollten, ein Einreisevisum erhalten hätten. Sie rief unter dem Applaus der Besucher dazu auf, mehr Freiheit zuzulassen. Zugleich appellierte sie an die Tagungsteilnehmer, „das Licht Gottes auch an die dunklen Orte zu tragen“. Der Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes, Neville Callam (Falls Church bei Washington), wünschte den Besuchern, dass die Konferenz für sie zu eine „lebensverändernden Erfahrung“ werden möge.
Predigt: „Lasst Gott ran“
In der Auftaktpredigt rief der Leiter des baptistischen Jugendwerks der Karibikinsel Grenada, Aaron George (Grand Anse), dazu auf, tiefer in Gottes Liebe einzutauchen und das Leben von Gott bestimmen zu lassen. Das Treffen in Leipzig steht unter dem Motto „Dive Deeper“ (Tiefer tauchen). Er schilderte, wie er bei der Invasion von Grenada Ende 1983 zu Gott um Schutz gebetet und sich verpflichtet habe, ihm hauptamtlich zu dienen, wenn er mit heiler Haut davon kommen würde. Er sei tatsächlich bewahrt worden und deshalb Pastor geworden. Ähnliche Erfahrungen mit Gott könne jeder machen, meinte er. Der 43-Jährige appellierte an die Zuhörer: „Lasst Gott ran.“